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Seit 1962 findet jedes Jahr am ersten Mai das Radrennen “Rund um den Henninger Turm” statt. Das Rennen ist dabei aber deutlich länger, als nur eine Runde um das inoffizielle Wahrzeichens von Sachsenhausen – Start und Ziel des Rennens befinden sich zwar in Frankfurt, dazwischen werden die Teilnehmer aber auf eine 200 km lange Strecke durch den hügeligen Taunus geschickt, an deren Ende schließlich dreimal der Henninger Turm umrundet wird. Neben dem Profirennen findet immer auch ein “Jedermann-Rennen” statt, bei dem auch ganz normale Frankfurter Radler ausprobieren können ob sie bei einem der wichtigsten deutschen Ein-Tages-Rennen bei Steigungen bis zu 26% mithalten können – allerdings bei weit kürzeren Strecken. Als Sieger ders Profirennens fuhr dieses Jahr zum zweiten Mal der Niederländer Karsten Kroon ins Ziel. [...mehr]
Heute ist der Vorabend des 1. Mai und das heißt der letzte Tag des regnerischen und wechselhaften Aprils. Ist der Mai gekommen, so lässt sich – zumindest traditionell – auf stabiles und sonniges Wetter hoffen und man feiert den Sieg des Frühlngs über den Winter.
Auch in Frankfurt wird heute abend überall die Ankunft des Mais mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert. Ein Fixpunkt für das Frankfurter Nachtleben stellt dabei der Tanz in den Mai im Tanzhaus West dar: auf vier Floors kann unter dem Motto “Freak, freak the funk out” bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden. Aber auch andere Veranstaltungen laden zum Feiern ein - wie das fünfjährige Jubiläum des zur Institution aufgestiegenen “Volkstanzkomittees”, das mit Balkan-Beats und tanzbarer globaler Folklore in den kleinen Sachsenhausener Club “Das Bett” lockt.
Der 1. Mai ist aber nicht nur ein Festtag wegen des guten Wetters, sondern auch ein internationaler Feiertag der Arbeit – so rufen Gewerkschaften morgen auch zu der Demonstration “Gute Arbeit muss drin sein! Nur gute Arbeit ist sozial.” auf. Ab 9.30 werden die Gewerkschafter auf dem Römerberg für höhere Löhne und mehr soziale Sicherheit. Diejenigen, die sich – wegen des Brummschädels? - nicht an der Demonstration beteiligen möchten, können dennoch den 1. Mai als politischen Tag würdigen – denn morgen eröffnet auch die Ausstellung “Die ‘68er. Kurzer Sommer – Lange Wirkung” im Historischen Museum. [...mehr]
Samstagnacht war ganz Frankfurt auf den Beinen, denn 49 Museen in ganz Frankfurt hatten bis tief in die Nacht geöffnet. Während der größte Trubel natürlich am Main, am Museumsufer herrschte pendelten Busse durch die ganze Stadt und brachten die kulturinteressierten Nachtschwärmer zu den in entlegeneren Ausstellungsräumen.
Nun kann man sich fragen, ob so eine Nacht wirklich der passende Rahmen ist in ein Museum zu gehen – wie will man aufnahmefähig bleiben, wenn man der Gelegenheit halber noch das zehnte Museum “mitnimmt”. So oder so, es gehört zum guten Ton sich an der Nacht der Museen zu beteiligen und vor allem die kleinen Museen profitieren davon – ins Polizeipräsidium verirrt sich nicht aller Tage jemand, um sich das Kriminalmuseum anzuschauen.
Das 16. Mal fand am Wochenende die Internationale Tattoo Convention auf dem Frankfurter Messegelände statt. Über 300 Tätowierer aus der ganzen Welt zeigten an über 40 Ständen ihr Handwerk.
Ein besonderer Schwerpunkt lag dieses Jahr auf der japanischen Tätowierkunst – so dass neben hochmoderner Tätowiertechnik auch die traditionelle “handgemachte” Form des Jahrtausende alten Brauchs, sich bleibende Bilder unter die Haut stechen zu lassen, auf der Messe vertreten war. Das Japan-Special prägte dabei auch das Rahmenprogramm der Messe, das – wie könnte es anders sein – von der etwas handfesteren Sorte war: Bondage-Shows und japanische Schwertkämpfer konnten das Publikum beeindrucken.
Aus den alten, zumeist rituell bedeutsamen Tätowierungen, die man sich mit schmerzhaften Schnitten, heißen Nadeln und in die Wunde geriebener Tinte oder Kohle beibrachte, ist heute ein ungefährlicher Modetrend geworden, dessen einzige Gefahr darin besteht, dass man sich in der Motivwahl für das Falsche entschieden hat. Doch hat man sich entschieden, so ist es dringend geraten, sich einen vertrauenswürdigen Tätowierer zu suchen der nicht nur sein Handwerk versteht, sondern seine Kunden auch berät. Was sie könnne, das zeigten die 300 Tätowierer am Wochenende – der Gewinner des Wettbewerbs wird jedoch erst im Mai bekannt gegeben [...mehr]
Nachdem gestern am gefühlsmäßig ersten richtig schönen Tag des Jahres die Frankfurter das Mainufer bevölkerten, mit einem Eis spazieren gingen oder in den Park zu bolzen, stellt sich nicht nur die Freude über den Wetterwechsel ein, sondern auch die Frage nach dem Klimawandel. Denn der findet nicht nur abstrakt in weiter ferner, sondern tatsächlich auch in der Mainmetropole statt. Deshalb widmet das Frankfurter Umweltamt dieses Jahr dem Thema Klimawanderl mit der Reihe “Frankfurt bleib(t) cool” vier Veranstaltungen. Die prognostizieren Folgen der globalen Erwärmung für Mitteleuropa sind nicht nur ein Abschmelzen der Gletscher, immer stärkere Regenstürme und eine Gefährdung der Wälder, sondern auch solche, die sich im Frankfurter Stadtbild bemerkbar machen können.

Im kalten Februar fand bereits die Veranstaltung “Hitzestress oder Wohlfülsommer” statt. Die drei Veranstaltungen die uns noch ins Haus stehen, tragen die Titel “H2O-Kreislaufprobleme im Klimawandel”, “Steppe oder Regenwald” und “Licht und Schatten”. Hinter dem ersten Titel verbirgt sich die Frage nach veränderten Niederschlagsbedingungen, also dem Phänomen der trockeneren Sommer und regenreichen Winter – für Frankfurt birgt das nicht nur die Gefahr von Überschwemmungen, sondern auch die von Problemen der Wasserversorgung in trockenen Zeiten. In den weiteren Blöcken geht es um die Frage wie sich die Frankfurter Grünflächen und deren Pflanzen in den kommenden Jahren und Jahrzenten ändern könnten und außerdem um die Frage wie Stadtplanung und Architektur auf veränderte Wetterbedingungen reagieren können.
Die Veranstaltungen finden jeweils zwischen 18 und 20 Uhr im Siesmayersaal des Palmengartens statt.
27. 5. “H2O-Kreislaufprobleme im Klimawandel”
30.9. “Steppe oder Regenwald”
18.11. “Licht und Schatten” [...mehr]
Jahrestage sind immer ein Anlass, um an bestimmte Ereignisse zu erinnern, ganz besonders, wenn es sich dabei um runde Jahreszahlen handelt. Im Jahr 2008 steht aber nicht nur ein rundes Jubiläum eines Gendenktages oder einer einzigen Person, sondern das eines ganzen Jahres und einer Generation an: Vierzig Jahre ‘68. Wo heute vor allem das Hochschulranking einer Uni zählt, war damals noch alles ein bisschen anders. Frankfurt war 1968 nicht nur Schauplatz der ein oder anderen Vietnam-Demonstration, sondern vitales Zentrum der Studentenbewegung. Hier fanden Joschka Fischer und Daniel Cohn-Bendit die radikalen Anfänge von Studium und politischer Karriere und an der Goethe-Universität beeinduckte Theodor Adorno die Studenten mit seinen Vorlesungen kritischer Theorie.
Nun lässt es sich Frankfurt nicht nehmen, an dieses auch stadtgeschichtlich bedeutsame Jahr angemessen zu erinnern: Im historischen Museum eröffnet am 1. Mai – einem einschlägigen Datum – die große Ausstellung “Die ‘68er. Kurzer Sommer – Lange Wirkung”.
In diesem Rahmen werden außerdem in der ganzen Stadt zahlreiche Veranstaltungen unter dem Thema “Langer Sommer – kurze Weile” stattfinden, die die Ereignisse, die Motivation und die Wirkung der Studentenproteste unter die Lupe nehmen werden.
Die Auftaktveranstaltung hat gezeigt, dass es sich bei diesem Unternehmen nicht nur darum handeln wird, die ehemaligen Rebellen alt-ehrwürdig in die Geschichtsbücher eingehen zu lassen: Am Freitag bekam der Historiker Götz Aly Gelegenheit seine Kritik an der Studentenbewegung darzustellen – seine kontroverse These ist, die 68er-Bewegung um den SDS zeige Parallelen zur Bewegung des nationalsozialistischen Studentenbundes in den 30ern.
Man kann also gespannt sein, auf einen kurzweiligen Sommer der kritischen, wehmütigen und würdigenden Auseinandersetzung mit 1968 und den Folgen.
Wer jetzt noch einmal die Gelegenheit nutzen möchte, um die Dippemess auf dem Festplatz am Ratsweg zu besuchen, der sollte dies bis zum 6. April tun, denn so lange hat die größte Frankfurter Kirmes noch geöffnet. Sonst müsst ihr wieder ein ganzes Jahr warten und die Kontaktanzeigen von Frankfurt nach Unterhaltung durchforsten.
Den Abschluss der Feierlichkeiten wird am Sonntag ein imposantes Feuerwerk bilden und damit wieder einen ereignisreichen Monat mit unheimlich viel Spaß beschließen. Auf der Dippemess kann man die zahlreichen spektakulären Fahrgeschäften nutzen und so sein Mut sowie seinen Magen auf Beständigkeit testen. Die Achterbahn, die
Wildwasserbahn, das Riesenrad und der Freifallturm sind nur eine kleine Auswahl dessen, was den Besuchern der Dippemess zur Verfügung steht. Wer dann noch ausreichend Mut besitzt, kann auf der 4-Ebenen Geisterbahn eben diesen unter Beweis stellen.
Die Dippemess hat in Frankfurt schon eine sehr lange Tradition, denn bereits im 14. Jahrhunderten veranstaltete man Jahrmärkte auf dem Marktplatz, wo Händler ihre waren feil boten, Künstler die Menschen belustigten und sich kulinarischen Genüssen hingeben wurde. Der Name „Dippemess“ leitet sich vom lokal verwendeten Wort „Dippe“ für einen Steinguttopf ab, der gerade auf solchen Jahrmärkten gerne zum Verkauf angeboten wurde.
Die Dippemess hat am Freitag und am Samstag noch bis 24 Uhr und am Sonntag bis 23 Uhr geöffnet. Mit etwas Glück hat auch das passende Wetter und die Familie jede Menge Spaß! [...mehr]
“All-Inclusive - Die Welt des Tourismus” läuft jetzt knapp drei Monate. Am 30. Januar startete die Ausstellung in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Sie zeigt, wie sich verschiedene Künstler mit dem Thema Tourismus auseinandersetzen.
Teils ablehnend und kritisch, dokumentarisch oder einfach nur kreativ - die Resultate sind auf jeden Fall interessant.
Natürlich bringt man auf den ersten Blick Kunst und Tourismus nicht unter einen Hut - bei längerer Betrachtung scheint diese Thematik jedoch wie geschaffen für eine künstlerische Auseinandersetzung.
Mir fallen spontan ein paar Fragen ein. Ist Tourismus nicht oft eine Verlagerung von “Heimat” an fremde Orte? Was sagt das eigentlich über das Land aus, aus dem man kommt, wenn man viel verreist? Und was sagt Reisen über einen selbst aus? Es existieren so viele Arten von “Reise”. Genauso ist der Charakter eines jeden Reisenden unterschiedlich.
Diese Vielfalt bietet genügend Stoff für kreative Urteile, Betrachtungen und Assoziationen. Im Zeitalter der Digitalkameras ist das künstlerische Auge überall vertreten. Logisch, dass da “des Deutschen liebstes Kind”, der Tourismus, eine eigene Ausstellung bekommt.
Es sind rund 30 international bekannte Künstler vertreten, kuratiert wird das Ganze von Mathias Ullrich. Die Ausstellung läuft noch bis zum 04. Mai.
Öffnungszeiten:
Dienstag, Freitag, Samstag, Sonntag 10-19 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 10-22 Uhr [...mehr]
Gestern wurde eine Ausstellung im Haus am Dom eröffnet, die die Kunstwerke Drogenabhängiger unter Leitung von Künstler Norbert Cloß und Betreuer Alfred Becherer-Dietz der Öffentlichkeit präsentiert.
Dem Besucher bieten sich Radierungen von teilweise verstörender Qualität. Dabei ist das Prinzip drogensüchtiger Künstler sicherlich nichts Neues: In allen Bereichen, seien es Film, Literatur, Musik oder Malerei, gab es Leute, die aus den verschiedensten Gründen drogenabhängig oder zumindest drogenaffin waren. Von Phillip K. Dick bis zu Hunter S. Thompson, von David Lynch über Amy Whinehouse zu Jimi Hendrix, niemand würde behaupten, Drogensucht und Kunst seien einander fremd.
Warum also kommt die Austellung in einer solchen Aufmachung daher?
„Kunst statt Sucht“: Trägt dieses Thema, von mir frei übersetzt mit „Drogensucht – trotzdem Künstler!“, wirklich zu mehr Authentizität bei?
Hat der karitative Aspekt der Aktion nicht sein Ziel verfehlt, Drogensüchtigen zu helfen, indem die Betonung so stark auf das Suchtproblem der Künstler gelegt wird?
Dadurch wird vom eigentlichen Kunstwerk abgelenkt, und es zählt nur noch, dass der Mensch in seiner Freizeit zu viele Drogen konsumiert. Sicherlich werden auch denjenigen Argumente geliefert, die Frankfurt partout als neues Großstadtghetto abtun möchten.
Der Slogan scheint mir unglücklich gewählt – es ist nicht davon auszugehen, dass hier langfristige Alternativen angeboten wurden. Im besten Fall haben die Künstler eine Plattform gefunden, sich auszudrücken. Das hätte auch ohne eine derartige Zurschaustellung funktioniert. [...mehr]
Die Frankfurter Kunsthalle Schirn widmet sich zwischen dem 22. Februar und dem 1.Februar den Vertreterinnen des Impressionismus und somit eine Nischengruppe, die immer im Schatten der großen Vertreter jener Epoche wie Monet, Degas oder Renoir standen, aber trotzdem wunderschöne Kunst schufen.
Der Impressionismus ist eine ganz besondere Stilrichtung der Malerei, die ähnlich wie der Symbolismus und der Expressionismus als Gegenentwurf zum Naturalismus entstand. Für die Impressionisten war es wichtig, das zufällige Erscheinungsbild zu erfassen, ohne das eine tiefere Bedeutung hinein interpretiert werden musste. Namensgeber dieser
Bewegung war das Bild „Impression, soleil levant“ von Claude Monet aus dem Jahr 1872. Monet avancierte im Laufe der Jahre auch zum führenden Vertreter des Impressionismus und sollte diesen zusammen mit Degas, Renoir, Manet und Pissarro über Jahre hinweg präsentieren.
Dass es jedoch im Schatten dieser großen Künstler immer wieder Impressionistinnen gab, die ähnlich begabt agierten, wird oftmals vergessen. Um diese Wissenslücke auszufüllen, hat man sich bei der Kunsthalle Schirn in Frankfurt entschlossen, sich den Vertreterinnen jener Zeit zu widmen. Eine dieser Künstlerinnen ist Berthe Morisot, die aus einer reichen französischen Familie stammte und schon früh an die Malerei herangeführt wurde. Zunächst wurde sie von Camille Corot unterrichtet, dessen Stil Morisot eher ablehnend gegenüber stand. Durch die enge Freundschaft und spätere familiäre Bindung zu Manet wurde sie
allmählich vertrauter mit dem Impressionismus des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Zu ihren Werken zählen vor allem Kinderportraits und Landschaftsbilder. Zusammen mit der Amerikanerin Mary Cassatt zählte sie zu den bedeutendsten Künstlerinnen des Impressionismus.
Diese wurde in Pittsburgh (USA) geboren und studierte zunächst an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts, bis 1974 nach Frankreich kam und sich den Impressionisten anschloss. Durch eine enge Verbindung zu Edgar Degas wurde sie künstlerisch beeinflusst. Ihr ist es zu verdanken, dass der Impressionismus in Amerika so schnell Fuß fassen konnte. Leider wurde ihr Wirken von einer Erblindung im Jahr 1914 vorzeitig beendet.
Bilder von Morisot und Cassatt sowie anderen Künstlerinnen wie Marie Bracquemond sind nun in der Schirn zu bewundern. Schnell wird man feststellen, dass die Werke der Impressionistinnen sich nicht hinter den Werken der großen Vertreter jener Zeit verstecken müssen.






