» Sehenswürdigkeiten
Palmengarten
Siesmayerstraße 61 60323 Frankfurt am MainÖffnungszeiten:
Februar bis Oktober 9.00 bis 18.00 Uhr
November bis Januar 9.00 bis 16.00 Uhr
Gegründet wurde der Palmengarten 1868 in einer Zeit des Umbruchs: Im Jahre 1866 wurde die Freie Reichsstadt Frankfurt und Hessen-Nassau preußisch, und so gab Herzog Adolph von Nassau seine Residenz in Wiesbaden-Biebrich auf. Dort befand sich eine von ihm angelegte große Sammlung exotischer Pflanzen, die nun zum Verkauf angeboten wurde.
In Frankfurt sah der Handelsgärtner und Gartenarchitekt Heinrich Siesmayer (1817-1900)eine Chance, die von ihm schon seit längerem gehegte Idee eines Südpalastes, eines Gesellschaftshauses für tropische Pflanzen, in die Tat umzusetzen. Im Jahre 1868 gelang ihm die Verwirklichung: am 6. Mai wurde eine Aktiengesellschaft ins Leben gerufen. Diese erwarb die Pflanzensammlung des Herzogs und errichtete auf einem von der Stadt Frankfurt überlassenen Gelände einen Garten mit einem großen Gesellschaftshaus, dem das Palmenhaus angegliedert war. Die Arbeiten schritten rasch voran, und schon am 16. März 1871 konnte der Palmengarten - auf diesen Namen hatte man sich schnell geeinigt - feierlich eröffnet werden.Nach den schweren Jahren des ersten Weltkriegs übernahm die Stadt Frankfurt immer größere Verpflichtungen zur Weiterführung des Gartens, die dann in einer für die Aktiengesellschaft wirtschaftlich aussichtslos erscheinenden Situation am 1. Juni 1931 zu einer vollen Übernahme in städtische Regie führte.
1944: Zerstörung der Glasdächer im Garten; Brand des Gesellschaftshauses, des Konzertpavillons und des Grüneburg- Schlößchens. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg blieb das Gelände des Palmengartens zwischen 1945 und 1948 den amerikanischen Besatzungstruppen vorbehalten.
Am 14. Juli 1953 wurde der ganze Garten wieder in städtische Verwaltung zurückgegeben. Fritz Encke wurde 1945 der neue Direktor. Man überholte bis Anfang der 60er Jahre alle Gewächshäuser und Gebäude. 1968 feierte der Palmengarten sein 100-jähriges Jubiläum mit der Einführung eines Signets. [...mehr]
Die Mainmetropole ist mehr für Wolkenkratzer und seinen Flughafen berühmt, als für sehenswerte historische Bauwerke. Selbst der Römer, das alte Rathaus ist nicht “echt”, sondern nur eine Rekonstruktion des vor 600 Jahren errichteten Gebäudes. Eine der wenigen historischen Sehenswürdigkeiten ist jetzt auch per Mausklick mit einem virtuellen Rundgang zu besichtigen: Der Bolongaropalast im Stadtteil Höchst.
Bei dem Palast handelt es sich allerdings nicht um ein fürstliches Schloss, sondern um den barocken Prachbau der bürgerlichen Kaufmannsfamilie Bolongaro, die im 18. Jahrhundert als Tabakhändler ein Vermögen machten. Dabei ist auch der Bolongaropalast kein ursprünglich frankfurterisches Gebäude – die Bolongaros, die zwar Frankfurter Bürger waren, bauten ihren Palast im damals eigenständigen Höchst. Später saß dort auch die Höchster Stadtverwaltung, bis sie ihren Platz nach der Eingemeindung 1928 für eine Abteilung der Stadt Frankfurt räumen musste. Auch für OB Roth ist dort heute ein kleines aber feines Büro reserviert.
Ineressierte Besucher des Hauses können nicht nur die prunkvolle Einrichtung mit Deckengemälden, Seidentapeten, Stuckdecken und Spiegelwänden bewundern, sondern auch eine Porzellan-Austellung von Alt Höchster Reproduktionen aus Porzellan der Passauer Manufaktur besichtigen. Denn in Höchst ist ebenfalls seit dem 18. Jahrhundert auch eine berühmte Porzellanmanufaktur ansässig, die ebenfalls ein lohnendes Ausflugsziel im jungen Stadtteil darstellt.
Ebenfalls sehenswert ist der den Palast umgebende symmetrisch angelegte Garten, in dem sich zwei Terrassen und zwei Pavillons finden, die dem eigentlichen Hauptgebäude nachempfunden sind.
Jetzt lässt sich der Ausflug auch schon mit einem virtuellen Besuch im Palast vorbereiten, der Lust auf mehr macht: in 360 Grad Panorama-Aufnahmen lassen sich die einzelnen prächtigen Räume bewundern. [...mehr]
Spätestens seit seine Geschichte durch Steven Spielbergs Blockbuster “Schindlers Liste” berühmt gemacht wurde, kennt jeder Oskar Schindler als denjenigen, der während des Nationalsozialismus über Tausend Juden und Jüdinnen das Leben rettete. Was nur die wenigsten wissen ist, dass der zu spätem Ruhm gelangte Retter lange Jahre seines späteren Lebens in Frankfurt verbrachte.
Während des zweiten Weltkriegs war Oskar Schindler als Industrieller an der deutschen sogenannten “kriegswichtigen Produktion” beteiligt – er bewies dabei aber Mut und Menschlichkeit, indem er die in seinem Betrieb beschäftigten Zwangsarbeiter vor dem Zugriff der Nazis schützte und damit vor dem sicheren Tod bewahrte. Schindler, der den Ruf eines Lebemannes hatte und als NSDAP-Mitglied die Fabrik eines enteigneten polnischen Juden übernahm und der zunächst von der Ausbeutung jüdischer Zwangsarbeit profitierte, bewies doch menschliche Größe in dem er seine Position nutzte um Leben zu retten.
Nach dem Ende des Krieges, und einigen gescheiterten Versuchen wirtschaftlich Fuß zu fassen, verbrachte Schindler, der im April 100 Jahre alt geworden wäre, die Jahre 1957 bis 1974 zurückgezogen und unbekannt im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier lebte er bis zu seinem Tod. Doch fand in Frankfurt nur ein Teil seines “geteilten Lebens” statt: Häufig besuchte er in Jerusalem diejenigen, die mit seiner Hilfe die Judenverfolgung in Europa überlebt hatten und ihm den Namen “Vater Courage” gaben.
Unter diesem Titel läuft derzeit auch eine Ausstellung im Museum Judengasse, die Oskar Schindlers Spuren in Frankfurt folgt, und fragt wieso der Held in Frankfurt vergessen wurde. In diesem Rahmen finden auch Veranstaltungen und Vorträge statt, die an Oskar Schindler, aber auch an andere, weniger prominente Lebensretter erinnern wollen.
“Vater Courage”: Oskar Schindler – unerkannt in Frankfurt
Museum Judengasse
24. April – 31. August 2008
Museum Judengasse, Kurt-Schumacher-Str. 10
Dienstag, 6. Mai 2008, 19 Uhr
Die Geretteten nannten ihn Vater Courage
Oskar Schindler in Frankfurt
Ursula Trautwein im Gespräch mit Dr. Michael Fleiter, Institut für Stadtgeschichte
Mittwoch, 21. Mai 2008, 19 Uhr
Die verlorene Liebe der Ilse Stein. Deportation, Ghetto, Rettung.
Buchpräsentation von Johannes Winter
Donnerstag, 29. Mai 2008, 19 Uhr
Hilfe für jüdische Verfolgte im Rhein-Main-Gebiet
Vortrag von Monica Kingreen, Fritz-Bauer-Institut [...mehr]
Seit 1962 findet jedes Jahr am ersten Mai das Radrennen “Rund um den Henninger Turm” statt. Das Rennen ist dabei aber deutlich länger, als nur eine Runde um das inoffizielle Wahrzeichens von Sachsenhausen – Start und Ziel des Rennens befinden sich zwar in Frankfurt, dazwischen werden die Teilnehmer aber auf eine 200 km lange Strecke durch den hügeligen Taunus geschickt, an deren Ende schließlich dreimal der Henninger Turm umrundet wird. Neben dem Profirennen findet immer auch ein “Jedermann-Rennen” statt, bei dem auch ganz normale Frankfurter Radler ausprobieren können ob sie bei einem der wichtigsten deutschen Ein-Tages-Rennen bei Steigungen bis zu 26% mithalten können – allerdings bei weit kürzeren Strecken. Als Sieger ders Profirennens fuhr dieses Jahr zum zweiten Mal der Niederländer Karsten Kroon ins Ziel. [...mehr]
Direkt am Ort des Geschehens, im Erdgeschoss der Haupttribüne der Commerzbank- Arena, hat in diesem Monat das Eintracht- Frankfurt Museum eröffnet. 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche, der Segen der Stadtoberen und ein sicherer Besucherzulauf dank treuer Eintracht- Frankfurt- Fans: Es sieht alles danach aus, als könnte diese Verbindung von Fußball und Kultur funktionieren.
Nur die Verbindung von Alkoholkonsum und Museumsatmosphäre könnte zu Problemen führen, hoffentlich sind die Ausstellungsstücke alle hinreichend geschützt.
Kunst im klassischen Sinn wird man hier sowieso nur wenig finden: Kommentare legendärer Spiele, das Sichten gewonnener Pokale sowie regelmäßige Führungen durch die Arena stehen auf dem Programm. Genau das Richtige nach einem verlorenen Spiel…
Da es im Moment bei der Eintracht auch mit dem Klassenerhalt zu klappen scheint, steht einem gelungen Start des Museums wohl nichts mehr im Wege. [...mehr]
Gestern wurde eine Ausstellung im Haus am Dom eröffnet, die die Kunstwerke Drogenabhängiger unter Leitung von Künstler Norbert Cloß und Betreuer Alfred Becherer-Dietz der Öffentlichkeit präsentiert.
Dem Besucher bieten sich Radierungen von teilweise verstörender Qualität. Dabei ist das Prinzip drogensüchtiger Künstler sicherlich nichts Neues: In allen Bereichen, seien es Film, Literatur, Musik oder Malerei, gab es Leute, die aus den verschiedensten Gründen drogenabhängig oder zumindest drogenaffin waren. Von Phillip K. Dick bis zu Hunter S. Thompson, von David Lynch über Amy Whinehouse zu Jimi Hendrix, niemand würde behaupten, Drogensucht und Kunst seien einander fremd.
Warum also kommt die Austellung in einer solchen Aufmachung daher?
„Kunst statt Sucht“: Trägt dieses Thema, von mir frei übersetzt mit „Drogensucht – trotzdem Künstler!“, wirklich zu mehr Authentizität bei?
Hat der karitative Aspekt der Aktion nicht sein Ziel verfehlt, Drogensüchtigen zu helfen, indem die Betonung so stark auf das Suchtproblem der Künstler gelegt wird?
Dadurch wird vom eigentlichen Kunstwerk abgelenkt, und es zählt nur noch, dass der Mensch in seiner Freizeit zu viele Drogen konsumiert. Sicherlich werden auch denjenigen Argumente geliefert, die Frankfurt partout als neues Großstadtghetto abtun möchten.
Der Slogan scheint mir unglücklich gewählt – es ist nicht davon auszugehen, dass hier langfristige Alternativen angeboten wurden. Im besten Fall haben die Künstler eine Plattform gefunden, sich auszudrücken. Das hätte auch ohne eine derartige Zurschaustellung funktioniert. [...mehr]
Kein anderes Gebäude in Deutschland ist so eng mit der mittelalterlichen Geschichte des Landes verbunden wie der Römer in Frankfurt. Der Römer ist seit über 600 Jahren der Sitz des Frankfurter Rathauses und war seit dem frühen Mittelalter Ort der Königswahlen.
Der Römer ist eines der bekanntesten Profanbauten mit einer charakteristischen Treppengiebelfassade und direkt am einstigen Marktplatz der Stadt Frankfurt gelegen. In der momentanen politischen Debatte um die Wiederherstellung der historischen Gebäude in der Frankfurter Altstadt nimmt der Römer eine Vorzeigerolle ein, schließlich wurde auch er während des Zweiten Weltkrieges beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen und im Anschluss erneut aufgebaut. Dadurch konnte seine tragende Rolle weiterhin gewahrt in einer Metropole wie Frankfurt, die für Außenstehende aufgrund der fehlenden historischen Substanz als modernes Finanzghetto wahrgenommen wird.
Die Bedeutung des Römers als Wahrzeichen der Stadt Frankfurt begann am 11. März 1405, als der Rat der Stadt für 800 Gulden das Gebäude erwarb. Seit der Unterzeichnung der Goldenen Bulle von Kaiser Karl IV. wurde Frankfurt 1356 zum rechtmäßigen Ort für die Königswahlen bestimmt. Aber schon in Vorfeld der Goldenen Bulle, welche als Grundgesetz zur Königswahl in die Geschichte einging, fanden Königswahlen in Frankfurt statt. Der Römer war für ein solch hoch angesehene Prozedere ein angemessenes und repräsentatives Gebäude. Noch heute lässt sich im Kaisersaal des Römers die bewegte Geschichte anhand aller 52 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches nachvollziehen.
Heute dient der Römer mehr repräsentativen Zwecken und als Standesamt. Die Symbolik des Römers als Ort der Liebe lässt sich sogar in den Frankfurter Kleinanzeigen der Tageszeitungen finden, wenn einsame Herzen auf der Suche nach einem Partner sind. Aber auch große sportliche Triumpfe werden hier ausgiebig gefeiert, wie der Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Männer 1996 und der Erfolg der deutschen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft im vergangenen Jahr.
Die Stadt Frankfurt sollte den Römer als Zeichen der Geschichte von Frankfurt werten und die historischen Gebäude der Altstadt wieder neu errichten. Sie würden einen wunderbaren Kontrast zu den Finanztowern in der City bilden. [...mehr]



