» Stadtgespräch
Das Ordnungsamt von Frankfurt versteigert am Samstag, den 15. März die Fahrräder, die nie abgeholt wurden. Wer den Weg zum Fundbüro nicht kennt, hier ist die Adresse: Mainzer Landstraße 315-321.
An dem Tag werden nur Fahrräder versteigert. Wirklich hochwertiges Zeug wird man nicht erwarten können, aber für Leute, die noch kein Fahrrad besitzen, lohnen solche Veranstaltungen allemal. Außerdem kann man hier mit etwas Glück auch Teile für den Selberbau abstauben. Ein kaputtes Rad mit funktionierender Schaltung zum Beispiel wäre in dem Fall Gold Wert.
Auch ohne solche Glücksfälle – eine Auktion ist doch irgendwie immer ein spannendes Ereignis, und bei einer Fahrradversteigerung werden sich die Gebote sicherlich in Bereichen bewegen, die man sich leisten kann. Vielleicht heißt es dann schon bald: 3, 2, 1 - mein Fahrrad!
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Frankfurt und München – zwei sehr unterschiedliche Städte. Auf der einen Seite eine Metropole zwischen Wirtschaftsaufschwung und Finanzghetto, andererseits die Stadt der roten Bayern, die auf Schickeria setzt, welche im Optimalfall nicht viel kosten darf.
Die Voraussetzungen sind also eher schlecht, wenn es um die Frage geht, welche Stadt die besseren Flohmärkte beherbergt. Auf den ersten Blick würde man sagen: München. Die Stadt besitzt einen großen Fundus an Leuten, die die Kleinanzeigen in München nach Sonderangeboten durchforsten, und das obwohl (oder gerade weil?) München doch als Stadt der schicken Leute gilt.
Dementsprechend viele Flohmärkte hat es da auch, zu viele, um sie alle aufzuzählen. Special- Interest- Veranstaltungen sind dabei ebenso vorhanden wie Flohmärkte fürs Volk. Hier findet z.B. Süddeutschlands einzige Musikboxen- und Automatenbörse am 12. und 13. April statt, gleichzeitig gibt es jede Menge regelmäßige Flohmärkte unter der Obhut der einzelnen Stadtbezirke.
Die Kleinanzeigen in Frankfurt zeigen, sucht man nach Flohmärkten, da ein etwas abgemagerteres Bild. Verstecken müssen wir uns trotzdem nicht. Es sind vor allem zwei Märkte zu nennen: Der am Frankfurter Berg und der Flohmarkt Frankfurt- Riederwald. Ersterer wird generell von einem etwas ruppigeres Publikum besucht. Dafür ist er der einzige Markt in Frankfurt, der regelmäßig unter der Woche funktioniert. Hier finden sich mit etwas Glück zwischen viel Gerümpel echte Antikprofis.
Der Flohmarkt Riederwald ist vor allem im Sommer empfehlenswert: Hier ist am 1. Sonntag des Monats auf dem Festplatz am Ratsweg einiges los. Die Atmosphäre ist sehr gut und wenn das Wetter mitspielt, ist der Flohmarkt auf jeden Fall zu empfehlen.
Man sieht – auch wenn die Münchner mehr davon haben, unsere Flohmärkte sind die Besten! ![]()
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Spätestens seit der Single „Ich hol dich da raus“ mit ichundich- Sänger Adel Tawil dürfte Azad für mehr als „nur“ die relativ kleine Masse der Hörer deutschen Raps ein Begriff sein. Der Frankfurter Rapper, dessen Crew “Warheit” mit Texten über und aus Frankfurt aufwartet, startete seine Solo- Karriere 2001 mit dem deutschsprachigen Album „Leben“.
Zu diesem Zeitpunkt war Azad bereits gestandener Rapper, Breaker, Sprüher, DJ und Produzent. Sein erstes kommerziell zu kaufendes Album brachte damit eine Vielfalt, mit der andere Produktionen nicht mithalten konnten. Meiner bescheidenen Meinung nach haut das Album auch heute noch eine Menge von dem Zeug weg, was sich mit Knarren und Goldketten behängt in Sonnenbräune als Killer präsentiert.
Die Tracks „Freiheit“, „Leben“, „HipHop“… das gesamte Album bietet stimmigen, in sich geschlossenen Sound, die Beats sind zum Großteil von Azad selbst produziert.
Am Schluss steht nach dem krassen “7 Lektionen”- Disstrack der Hidden Track „Therapie“: Mit ein Grund, warum das „One“ Album von Azad und Kool Savas schon im Vorfeld so stark bejubelt wurde.
Dabei hat sich der Frankfurter MC ähnlich wie sein Berliner Kollege über die Jahre musikalisch entwickelt und damit stark verändert. Gerade bei Rapmusik kommen da schnell Vorwürfe in Richtung „Sellout“ und Mainstream, die hier aber größtenteils unangebracht sind.
Klar, zwischen „Leben“ und dem neuesten Album „Blockschrift“ liegen Welten, auch „One“ ist vollkommen anders als das Frühwerk Azads. Heutzutage produziert der MC nur noch selten selbst, lässt lieber hauseigene Musiker seines Labels Bozz- Music an die Regler.
Auch hat sich, gerade bei One und „Ich hol dich da raus“, ein ziemlich poppiger Sound gebildet. Die erfolgreichen Azad- Lieder sind halt Chart- Tracks, die meistens mit einer gesungenen Hook und angenehmem Beat aufwarten. Man sollte aber nicht vergessen: Dieser Typ bringt neben „All 4 One“ auch Dinger wie „TNT“ raus und ist technisch weiterhin unangefochten einer der besten Rapper in Deutschland.
Mir persönlich gefällt die Gangster- Schiene, die seit „Game Over“ fester Bestandteil des Repertoires geworden ist, zwar nicht, aber ich denke auch nicht, dass man das unter „Einfallsloses Klischee“ abschreiben darf. Gäbe es einen Goethe- Preis für Rapmusik- Azad sollte ihn kriegen. [...mehr]
Der Goethepreis der Stadt Frankfurt im Jahre 2008 geht an Pina Bausch!
Damit reiht sich die 68jährige Choreografin in eine Reihe von illustren Persönlichkeiten ein. Von Stefan George bis Albert Schweizer, zuletzt Amos Oz und Marcel Reich Ranicki, die lange Liste der Preisträger datiert zurück bis ins Jahr 1927. Dabei ist Pina Bausch die dritte Frau im Bunde der Geehrten.
Der Preis geht an eine Künstlerpersönlichkeit, die es in ihrer Schaffensgeschichte verstanden hat, ihren eigenen Stil zu entwickeln und markant zu profilieren. Inszenierte Wiederholung auf der Bühne, die Liebe zum Detail und psychologisch raffiniert eingebaute Improvisationen der Schauspieler sind einige der Stilmittel, welche Bausch seit jeher für ihre Stücke benutzt hat.
Die Geehrte führt ein Tanztheater in Wuppertal und hat durch ihr Beharren auf ihren Stil trotz anfänglicher Anfeindungen innerhalb der Szene schlussendlich den verdienten Weltruhm erlangt. Der Preis der Stadt Frankfurt ist da sicherlich nicht die bedeutenste, aber vielleicht eine der schöneren Auszeichnungen, weil sie Bausch nun auch für den letzten Zweifler begreiflich in den Kanon deutscher Kunst- und Kulturgeschichte verordnet. [...mehr]
Die Frankfurter Kunsthalle Schirn widmet sich zwischen dem 22. Februar und dem 1.Februar den Vertreterinnen des Impressionismus und somit eine Nischengruppe, die immer im Schatten der großen Vertreter jener Epoche wie Monet, Degas oder Renoir standen, aber trotzdem wunderschöne Kunst schufen.
Der Impressionismus ist eine ganz besondere Stilrichtung der Malerei, die ähnlich wie der Symbolismus und der Expressionismus als Gegenentwurf zum Naturalismus entstand. Für die Impressionisten war es wichtig, das zufällige Erscheinungsbild zu erfassen, ohne das eine tiefere Bedeutung hinein interpretiert werden musste. Namensgeber dieser
Bewegung war das Bild „Impression, soleil levant“ von Claude Monet aus dem Jahr 1872. Monet avancierte im Laufe der Jahre auch zum führenden Vertreter des Impressionismus und sollte diesen zusammen mit Degas, Renoir, Manet und Pissarro über Jahre hinweg präsentieren.
Dass es jedoch im Schatten dieser großen Künstler immer wieder Impressionistinnen gab, die ähnlich begabt agierten, wird oftmals vergessen. Um diese Wissenslücke auszufüllen, hat man sich bei der Kunsthalle Schirn in Frankfurt entschlossen, sich den Vertreterinnen jener Zeit zu widmen. Eine dieser Künstlerinnen ist Berthe Morisot, die aus einer reichen französischen Familie stammte und schon früh an die Malerei herangeführt wurde. Zunächst wurde sie von Camille Corot unterrichtet, dessen Stil Morisot eher ablehnend gegenüber stand. Durch die enge Freundschaft und spätere familiäre Bindung zu Manet wurde sie
allmählich vertrauter mit dem Impressionismus des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Zu ihren Werken zählen vor allem Kinderportraits und Landschaftsbilder. Zusammen mit der Amerikanerin Mary Cassatt zählte sie zu den bedeutendsten Künstlerinnen des Impressionismus.
Diese wurde in Pittsburgh (USA) geboren und studierte zunächst an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts, bis 1974 nach Frankreich kam und sich den Impressionisten anschloss. Durch eine enge Verbindung zu Edgar Degas wurde sie künstlerisch beeinflusst. Ihr ist es zu verdanken, dass der Impressionismus in Amerika so schnell Fuß fassen konnte. Leider wurde ihr Wirken von einer Erblindung im Jahr 1914 vorzeitig beendet.
Bilder von Morisot und Cassatt sowie anderen Künstlerinnen wie Marie Bracquemond sind nun in der Schirn zu bewundern. Schnell wird man feststellen, dass die Werke der Impressionistinnen sich nicht hinter den Werken der großen Vertreter jener Zeit verstecken müssen.
Gibt es in Frankfurt wirklich schon am Morgen um 9 Uhr Kokain? Schreibt HipHop hier die wahre Geschichte? Aggressionen und Armut - ist dies wirklich Frankfurt - ein Großstadtghetto? Oder ist Frankfurt doch die Finanzmetropole mit den Bankern und reichen Leuten, mit dicken Mercedes Benz und Geld an jeder Ecke.
Azad feat Warheit sieht in Frankfurt wohl beides, das Großstadtghetto und die Finanzmetropole. Aber er ist wohl eher der Meinung, dass Frankfurt das Böse in sich hat. Der Vorhof der Hölle, keine Liebe, die Stadt der Kaputten, dies sind seine Bemerkungen zur Stadt und besonders eindrucksvoll finde ich, dass er sagt, dass man in Frankfurt keine Zukunft hat, das es dort viele Durchgeknallte gibt und nur das Geld auf die Schnelle gemacht wird. Gauner, Räuber und Schurken seien unterwegs und man könne sich im Dunklen nicht auf die Straße trauen. Ich finde es ist sowohl Großstadtghetto als auch Finanzmetropole. Wie das in jeder Stadt, aber in Frankfurt extrem der Fall ist, so graß sind auch hier die Unterschiede zwischen Reichtum und Armut, zwischen Arbeitslosigkeit und Angestellten, die regelmäßig ihren Lohn erhalten. Wohlstand und Armut so nah beeinander - das weckt Aggressionen, das läßt sich kaum vermeiden.
Azad feat Warheit charakterisiert Frankfurt aus seiner Sicht, die aber wohl die Sicht vieler Menschen ist. Teilweise regiert das Geld aber auf der anderen Seite ist die Armut. Die Unterschiede sind zu groß.
Aber trotzdem ist es die Stadt der Menschen, die in ihr wohnen - ihr Frankfurt.
Die Wahrnehmung von Frankfurt in den Köpfen vieler Menschen beschränkt sich in den letzten Jahren auf die moderne Finanzmetropole, die dank der Banken und der Börse zwar als Global-Player agiert, aber kein attraktiver Wohnort ist.
Seit dem späten 19.Jahrhundert wetteiferte die Mainmetropole mit Berlin um den Titel „modernste Stadt“ in Deutschland. Dank der Teilung Berlins kann Frankfurt zumindest behaupten, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dieses Rennen für sich entschieden zu haben. Man wähnt sich auf Augenhöhe mit den anderen Finanzmetropolen der Welt wie Chicago oder London, hat aber stadtentwicklungstechnisch einiges aus den Augen verloren.
Die Stadt verliert am Abend einen Großteil der hier arbeitenden Menschen an das Umland, die nicht im Schatten der großen Banktürme ihre kostbare freie Zeit verbringen möchten. Sie bevorzugen die kleineren und charmanteren Städte in der Umgebung der Mainmetropole, die noch grüne Inseln mit Leben und etwas Ruhe bieten können. Der Genuss eines ausgiebigen Spazierganges, kleine idyllische Parks, der Charme einer Altstadt – alles Attribute, die Frankfurt nicht bieten kann, weshalb einige engagierte Bewohner versuchen wollen, diese nach Frankfurt zurückzuholen. Ihnen steht ein Kampf gegen Windmühlen bevor.
Die Immobiliensituation in Frankfurt ist aufgrund der räumlichen Beschränkung von je her alarmieren, die Mietpreise für Wohnungen bewegen sich in den höchsten Regionen Deutschlands und werden nur noch von der bayrischen Landeshauptstadt München übertroffen. Oft gelingt es Zugezogenen gar nicht erst, Immobilien in Frankfurt zu finden. Diesen fortschreitenden Prozess zur Metropole ohne Wohnraum aufhalten zu können, müssten die Verantwortlichen in den nächsten Jahren die Stadtentwicklung genauestens unter die Lupe nehmen und mit Projekten wie dem Aufbau der Altstadt gegensteuern. Da dies aber weniger lukrativ erscheint und man sich mit der Abwanderung ins Umland abgefunden hat, wird sich diese Entwicklung kaum aufhalten lassen. [...mehr]
Die Matthäuskirche wird in ein Hochhaus integriert. Das wird sicher hübsch.
Die „FAZ“ gesteht ihr eine „herbe Ästhetik“ zu; ich würde sie eher hässlich nennen. Von der Tatsache, dass sie gar nicht in ihre Umgebung passt, ganz zu schweigen. Klar, die Hochhäuser kamen erst im Nachhinein – aber das Stadtbild hat sich nun mal verändert. Wer in den letzten Monaten an der Kirche vorbeikam, musste früher oder später die Plakate bemerken, die gegen deren Schließung und – möglicherweise – Abriss protestierten. Anscheinend hatte die Gemeinde Erfolg, wenn auch einen eher bescheidenen: Das geplante 130-Meter-Hochhaus wird auf dem Gelände gebaut, aber die Kirche bleibt, wenigstens in Teilen, bestehen und wird in das Gebäude integriert.
Wie man sich das vorstellt? Von einem Begegnungszentrum zwischen Wirtschaft und Religion ist die Rede. Ich finde das ziemlich absurd; und sollten die Ökonomen sich nicht daran erinnern, dass die Urahnen ihrer Zunft von einem gewissen Propheten J. aus dem Tempel vertrieben wurden? Ich bin jetzt schon gespannt, wie das funktionieren soll – vom Aussehen ganz zu schweigen: Von „herber Ästhetik“ kann dann jedenfalls keine Rede mehr sein. Eher schon von „bizarrer Patchwork-Architektur“ (das Copyright an diesem Begriff melde ich hiermit an)
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Die Gaunerzinken sind wieder da
In den letzten Wochen kann man wieder Gaunerzinken in Frankfurt finden, besonders in der Gegend um den Liebfrauenberg. Gaunerzinken – das sind gemalte, geritzte oder sonstwie auf Pflastersteinen, Mauern, Türen etc. angebrachte Zeichen; angeblich eine Art Geheimcode der Banditensprache. Früher lasen findige Gauner darin bestimmte Botschaften – so konnte ein Zinken bedeuten, dass ein Haushalt sehr vermögend war, ein anderer mochte sagen: „Hier ist nichts zu holen“.
Ich frage mich, wieso die Gaunerzinken im Jahr 2007 wieder auftauchen. Brauchen die Diebe eine besondere Kennzeichnung? Können Sie einem Haus, einem Geschäft nicht mehr ansehen, ob es einen Bruch lohnt, oder nicht? Und vor Allem: Haben die Gaunerzinken immer noch dieselbe Bedeutung wie vor achtzig, neunzig Jahren?
Falls sich unter meinen Lesern eine Person befindet, der dieser Code geläufig ist - ich habe einige Vorschläge für neue Zeichen:
“Hartz-IV - Hab ein Herz!”
“Manager - Nichts wie rein!”
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